Tag 2: Teufelsbrücke und Weiterreise

Wie schon geschrieben, hatten wir in Thueyts nur eine Übernachtung. Also haben wir morgens den Wagen fertig gepackt und sind dann vom Hotel aus los.

Wanderung

Auf dem Plan stand eine Wanderung runter in eine tiefe Schlucht zur Teufelsbrücke. Die Strecke enthält einige wirklich sehr, SEHR steile und teilweise auch enge Passagen. Man muss sich vorsichtig und langsam bewegen – aber das ist schon ein tolles Erlebnis 👍.
Auf den Bilder muss man schon genau hinsehen und sich Referenzen suchen, damit man halbwegs einen Eindruck von den Gegebenheiten bekommt 🧐.

Wenn man will und die Ausrüstung hat, gibt es auch Abschnitte zum Klettern und entlang hangeln an oder auf gespannten Drahtseilen. Würde mich ja schon reizen, aber dazu muss man auf jeden Fall die richtige Ausrüstung haben 🙄. Sonst ist das viel zu gefährlich.

Wir haben unsere Wanderung von dem relativ hoch gelegenem Ort aus gestartet. Es gibt aber auch die Möglichkeit, über eine Straße recht nah an die Attraktion der Gegend – die besagte Teufelsbrücke zu gelangen. Extra für die „take-a-photo-go-away“ Touris gibts dann auch einen gut ausgebauten, ca. einen 1/2 Kilometer langen Weg 😎.
Dem entsprechend ist es selbst im Herbst nicht so ganz einfach, ein Bild ohne störende Menschen zu bekommen 😎. Auf jeden Fall ist der Blick von oben runter auf, genauso wie von der Brücke in die Schlucht auf das -fast- schwarze Wasser wirklich sehenswert.

Aber auch die restliche Strecke hat immer wieder schöne Eindrücke zu bieten – sei es bizarre Steinformationen, verfallene Hütten oder eher UN-wegsame Pfade. Einfach sehr abwechslungsreich.

Gegen Ende der Wanderung führt der Weg durch eine „Kastanien-Plantage“ – Ess-Kastanien. Die sind die Haupt-Einnahmequelle der Region.
Das letzte Stück zurück zum Ort haben wir dann bei leichtem Regen hinter uns gebracht – was wohl schon ein Vorgeschmack auf den Abend sein sollte 😊. Später mehr.
Wir haben dann im dem Bistro des Hotels (sonst war praktisch kein anderes Restaurant oder Bistro offen!) noch ein Panini gegessen.

Weiterreise und Zwischenstopp

Gut gestärkt haben wir uns dann am späten Nachmittag auf die nur ca. 60 Kilometer lange Etappe von Thueyts nach Vallon-Pont-d’Arc⁩ gemacht. Fast genau in der Mitte liegt das Örtchen Vogue, welches laut Reiseführer ebenfalls sehenswert ist. Da das Wetter sichtbar schlechter wurde und wir noch ein Stück Langstraße vor uns hatten, haben wir uns nicht lange aufgehalten. Aber ein Blick von einem alten Aquädukt ins Tal war schon drin – und wir sind auch einen langen Fußgänger-Tunnel gegangen, der -sagen wir mal- außergewöhnlich beleuchtet wird. Blöderweise sind wir nicht dort rausgekommen, wo wir gedacht hatten, so dass wir schlicht wieder denselben Weg zurück gelaufen sind 🙄.

Ankunft in Vallon-Pont-d’Arc⁩

Wie schon geschrieben, ist das Wetter immer schlechter geworden – es ist ein richtiges Unwetter aufgezogen. Wir sind tapfer weiter offen gefahren 😊, aber ein paar Kilometer vor Ankunft in unserem Hotel Belvédère (https://www.le-belvedere-hotel.com/en/) hat der Himmel dann die Schleusen geöffnet und wir haben angehalten und im Regen das Verdeck geschlossen.

Wir sind an DER Sehenswürdigkeit an der Ardeche entlang gefahren, einer Gesteinsformation, die dem Ort den Namen gegeben hat Vallon-Pont-d’Arc⁩ – aber bei dem Regen war nichts zu erkennen 🙄. Als Autofahrer konnte man ja entsprechend langsam weiterfahren, blieb aber trocken. Aber uns sind jede Menge Fußgänger, Fahrrad- und Motorradfahrer entgegen gekommen. Nicht so richtig lustig, zumal es nicht nur geregnet hat, sondern ein heftiges Gewitter über dem Tal gab.

Ein paar Minuten später sind wir am Hotel angekommen (Bilder davon am nächsten Tag -wenn man was erkennen kann). Es hat aber dermaßen geschüttet, dass wir tatsächlich gefühlt eine 1/2 Stunde (real wohl 10 Minuten) im Auto sitzen geblieben sind 😬! Um wer uns kennt, weiß dass wir echt nicht aus Zucker sind und auch im Regen joggen …..

Immerhin gab es dann abends ein gutes Essen im Hotel.

… und hier noch ein kurzes Video …

Hurra, wir leben … und reisen wieder

Um es mit Marius Müller-Westernhagen zu sagen: „Hurra, wie leben ….“ die Älteren erinnern sich (vielleicht) 😉.

Nach vielen Monaten Funkstille versuche ich mal ein paar Dinge zu unserem diesjährigem Sommer-Urlaub zu schreiben – und vor allem einfach eine Auswahl an Bildern zu posten.

Wir hatten unseren „Sommer-Urlaub“ absichtlich in den September gelegt – in die Nachsaison. Bisher ging das ja wegen Julikas Job nicht.

Letztes Jahr hatte Julika eine tolle, 14-tägige Route durch den Nordwesten Schottlands geplant. Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich die schottischen Highland liebe?! 😊 Vermutlich schon. Das ist dann ja aus bekannten Corona-Gründen ausgefallen. Im Frühling 2021 sah es dann ja eine Zeitlang so aus, als ob Großbritannien ein ganz gutes Ziel für einen Urlaub sein könnte. Aber im Sommer hatte sich das schon wieder gedreht. Man erinnert sich an die vollen Stadien zur Fußball WM/EM? Irgendwas. 🤔Die Quittung kam dann natürlich mit der Unerbittlichkeit eines Steuerbescheids … 🤢

Also musste ein anderes Ziel her. Ich wollte Wandern und möglichst eher wenig andere Menschen (wie üblich 🙄). Julika wollte im Früh-Herbst nicht in den -kalten- Norden. Nach einiger Recherche fiel die Wahl dann auf die Region rund um den Fluss Ardeche im Süden Frankreichs (aber nicht an der Küste).

Reiseziel Ardeche, Chassezac, Beaume und der Tarn

Eine Region, in der sich die Flüsse tief, sehr tief in das Gebirge gegraben haben. Man kann dort traumhafte Wanderungen unternehmen. Wenn man mag, mit großem oder kleinen Klettereinlagen. Hoch über den Füßen, runter und entlang des Wassers. Kanufahren. Oder auch sich ein Plätzchen suchen und gammeln oder schwimmen … Und gleichzeitig gibt es überall kleine, alte – oft mittelalterliche Orte die irgendwie abgeschieden von der Zivilisation existieren. In Reiseführern wird man vermutlich sowas wie idyllisch, malerisch oder pittoresk finden 😊. Mehr davon später in weiteren Blogeinträgen.

Wie immer hat Julika die Reise liebevoll in allen Details ausgearbeitet 👍. Unterkünfte gebucht, Wanderungen, Besichtigungen und Wetter-abhängige Alternativ-Programme vorbereitet. Die 13 Tage waren in 4 Etappen aufgeteilt.

Anreise

U.a. aus diversen Berichten in den verschiedenen Online-Mediatheken war klar, dass unser Ziel geradezu nach einer Fahrt mit einem -sportlichen- Cabriolet verlangte 😎. Auf der Contra-Seite hatten wir aber, dass zum einen das Parken mit so einem Wagen alles anderen als einfach werden würde – und vor allem scheint der Franzose in der Vorbereitung zum Führerschein vor allem zu lernen, wie man sein Auto (oder auch das anderer Leute) schnellstmöglich mit Kratzern, Beulen, defekten Blinker und abgeknickten Außenspiegeln versieht 😬. Gibt es in Frankreich überhaupt eine Führerschein-Prüfung?! Könnte auch eine Erklärung sein … Eine weitere These wäre, dass man derartige „Features“ direkt ab Werk mitbestellen kann … 🤔

Anreise ins Zielgebiet – wir haben die Route über Luxemburg genommen

Aber ernsthaft – wer mal in Frankreich unterwegs war, weiß, was ich meine. Und dann ist da noch die Anreise. Gut 900 Kilometer. Das geht in einem Tesla, der auf Autobahnen praktisch alleine fährt halt schon sehr viel komfortabler, als in einem Sportwagen mit Vollschalensitzen (sprich da gibts nix zu verstellen – nur die Entfernung zu den Pedalen). Spärliche Sitzpolster. Ohne Sitzheizung. Nix Tempomat 🙄.

Wir haben echt lange hin und her überlegt – letztlich ist die Wahl dann aber doch aufs Cabrio gefallen 😃. Was dann auch die Konsequenz hat, dass wir mit recht beschränktem Stauraum zurecht kommen mussten 😎. Das hat auch zu der einen oder anderen -nennen wir es- Stilbüte geführt 😉. Aber auch das später.

Da die Route größtenteils über französische Autobahnen mit genereller Geschwindigkeitsbeschränkung verläuft, sind wir immerhin so sparsam wie selten unterwegs gewesen:

8,8 Liter pro 100 Kilometer mit dem Wagen – quasi permanente Schleichfahrt

Das Wetter am ersten Tag war sehr durchwachsen. Ab und zu auch mal Regen. „Interessant“ waren auch die Maut-Stationen auf den französischen. Autobahnen – vor allem Julika hatte keine Chance im Sitzen an die Automaten heranzukommen 😬. Das Auto und die Sitze sind einfach viel zu tief. Aber als wir in Frankreich dann von der Autobahn abgefahren sind, kam die Sonne raus und wir haben das Dach aufgemacht ☀️.

Unsere erste Station: Thueyts

Ziel war ein -wie sich rausstellte- sehr verschlafener Ort Namens „Thueyts„. Abends hatte Julika in einem hervorragend bewertetem Restaurant Plätze zum Abendessen reserviert. Per Email. Es soll dort phantastische Burger geben. Auch in Geschmacksrichtung „vegetarisch“ 🍔👍.

Können wir aber leider nicht beurteilen – in dem Ort hatten nämlich fast alle Restaurants geschlossen 😳! Nachsaison und Corona – keine gute Kombination 😟.

Das hätte unser Preis sein sollen – wenn man genau hinsieht, kann man das „Sorry, we’re CLOSED„-Schild erkennen

Wir haben dann doch im Hotel gegessen, was wir eigentlich nicht vorhatten. Für mich gabs Falafel.

Nach dem Essen sind wir dann noch eine Runde durch den verlassenen Ort gegangen. Schon eine seltsame Stimmung.

Am nächsten Morgen sollte es dann mit der ersten Wanderung los gehen – direkt vom Hotel aus. Das im nächsten Eintrag … 😉

Tag 2-4: Honfleur

Bretagne-Urlaub, zweiter Tag. Wenn ich in diesem Tempo weitermache, bin ich vielleicht Weihnachten fertig 🙄 …. – 2025 😬. 
Ich habe mir überlegt, dass ich nicht für jeden Tag einzeln ein Post schreibe, sondern das eher thematisch angehe. Die Hoffnung ist, dass es dann etwas „kürzer“ wird. mal schauen, ob das klappt 🙄.

Der letzte Beitrag vom Urlaub ist ja schon eine kleine Ewigkeit her – ich hab den Text zwar auch schon seit Wochen fertig, aber die Bilder musste ich noch aussuchen.

Nach Rouen stand die Weiterfahrt nach Honfleur auf dem Plan. Laut einhelliger Meinung diverser Reiseführer ein Must-See – ein sehr altes, kleines Hafenstädtchen.

Ankunft in Honfleur

Bei der Einfahrt hat mich dann der Schlag getroffen😳! Nochmal zur Erinnerung. Mein Plan war zu wandern. Ruhe, Einsamkeit. Und ab und zu mal „was anschauen“. Alte Steine oder so … 🙄 Und dann haben wir gefühlt zwei Ewigkeiten gebraucht, um überhaupt in den Ort zu kommen, weil sich endlose PKW und Camper Schlangen stauten. Dazwischen liefen Horden von Touristen auch gerne mal mitten zwischen den Fahrzeugen herum. Ein riesiger Camper meinte in der Mitte des Ortes mittig auf der Straße bzw. einem kleinen Platz parken zu wollen, weil – keine Ahnung. Aus Gründen 🤬 Auf jeden Fall sperrte der eine Spur komplett und die andere Richtung musste sich um da Fahrzeug herum schlängeln. Da sowieso in beiden Richtungen lange Schlangen waren, ging dann natürlich in unsere Richtung gar nichts mehr weiter …. 😬 Die „Hauptstrasse“ in den Ort, auf dem wir unterwegs waren, führte durch den Hafen und entlang der Hafenmauer. Ein heilloses Gewimmel. Ich fühle mich eher an den Ballermann etc. gebeamed. 😳

Unsere Unterkunft

Unsere Unterkunft lag zwar mitten in Ortskern, aber nicht direkt an der „Touri-Meile“ am Hafen. Wir haben zwei Runden (jeweils wieder mit dem ganzen Chaos) gebraucht, bis wir trotz Navi das richtige Haus gefunden haben 🙄. Die Adresse liegt in einer sehr engen Einbahnstraße mit sehr alten Häusern. Wir haben auf einem kleinen Parkplatz, auf dem man anscheinend parken kann, wie es halt gerade so geht, stehen darf. Oder zumindest ist das bei den Franzosen so üblich. Man muss ein paar Meter zu Fuß und durch einen Torbogen in den Innenhof.

Und dann sind wir erstmal stehen geblieben, und haben den Anblick in uns aufgenommen 😳. In Rouen hatten wir ein ganz normales „kontinentales“ Hotel. Hier in Honfleur standen wir einem wirklich einfach nur schönen Innenhof eines süßen, kleinen B&Bs – so stellt man sich irgendwie Frankreich vor 👍 !
Die Bilder können das leider -wie meistens- nicht so recht wieder geben, aber vielleicht kann man sich halbwegs ein Bild machen.

Ein paar Sitzgelegenheiten im Innenhof – wie sich rausstellt, kann man bei gutem Wetter auch dort frühstücken. Was wir am 2. und 3. Tag auch getan haben 😉. Das Frühstück enthielt zwar nicht super viel Auswahl, aber es war alles sehr frisch und qualitativ wirklich hochwertig und super lecker!

Es gibt eine -vermutlich sehr alte- graue Katze, die gerne auf den verschiedenen Sitzgelegenheiten liegt und schläft – und sich auch mal sehr gerne von den Gästen streicheln läßt. Das lies sich einrichten.

Der Inhaber sprach nur Französisch (zumindest weder Englisch noch Deutsch), aber mit Julikas Basic-Französisch Kenntnissen – unterstützt von Händen und Füßen- war das kein Problem. Wie war dann gemerkt haben, sprachen die beiden Söhne, die ebenfalls mit in dem B&B arbeiten, ziemlich gut Englisch, so dass wir uns später auch länger und nett unterhalten haben.

Die Zimmer befinden sich größtenteils im Obergeschoss rund um den Innenhof. Die Familie hat aber irgendwann das alte Schulgebäude des Ortes gekauft (vermutlich gekauft), und dort die ehemaligen Klassenräume jeweils ein großes Appartement umgebaut. Wir hatten für insgesamt 3 Nächte so ein Zimmer gebucht.
Auch hier: die Zimmer sind einfach sehr liebevoll eingerichtet. Dabei ist zwar der ursprüngliche Charakter des Gebäudes und der Räume erhalten geblieben, aber gleichzeitig haben sie z.B. ein Top modernes Bad eingebaut. Echt cool! Das Doppelbeet steht mitten im Raum, eine riesige Schrankwand (die alten Schränke aus dem Klassenzimmer einfach abgebeizt!) als Stauraum.

Das Gebäude liegt ca. 5 Minuten Gehweg von dem „Haupthaus“ entfernt. Als wir angekommen sind, ist einer der beiden Söhne mit einem elektrisch angetriebenen Buggy vorgefahren. Die Familie hat wohl auch einen Faible für Elektromobilität – in dem großen Innenhof unserer Unterkunft gab es insgesamt drei „Wellblech-Garagen“ – davon sind zwei mit Tesla Wallboxen (TWC) ausgestattet, so wie wir auch einen zu Hause haben – Tesla Destination Charger. Man hat uns sofort angeboten, dass wir dort – kostenlos- laden können. Da wir in Rouen aber schon über die Nacht auf die üblichen 90% geladen hatten und die gefahrene Strecke jetzt nicht soooo groß war, haben wir dann abgemacht, dass wir am zweiten und dritten Tag dort einen Platz „reserviert“ bekommen (in dem Innenhof standen abends schon bis zu 10 Fahrzeuge und die Garagen waren natürlich begehrt).

Der Ort

Abends haben wir dann einen kleinen Rundgang durch den Ort gemacht. Auf der einen Seite des Hafens war ein kleiner „Flohmarkt“ – da musste Julika natürlich drüber gehen 😄.

Wir haben an der überfüllten Promenade natürlich auch ein Eis gegessen – in Frankreich kostet die Kugel ab 2,50 € aufwärts 😳! Julika fand das Gedrängel gut – oh Wunder, ich jetzt nicht so wirklich 😬.

Aber wir sind dann auch ganz gezielt in die Ortsteile jenseits der Tour-Meile gegangen. Und schon 2 Querstraßen weiter war es fast menschenleer und der Ort zeigte, warum er als eins der Highlights der Normandie gilt. Wobei ich sagen muss, dass mir – und ich glaube auch Julika- Rouen fast noch besser gefallen hat.

In den folgenden Abend haben wir weitere ausgedehnte Spaziergänge unternommen uns an zwei Abenden (der drei) in bzw. vor ein kleines Café gesetzt, auf dessen Vorplatz anscheinend täglich in den Abendstunden ein Musiker mit Hut (zum Sammeln, nicht als Kopfbedeckung 😉) Live Musik auf seiner Klarinette macht. Der war echt gut – ich mag Live Musik ja eh, und das war eine tolle Atmosphäre.

Was darf nicht fehlen – Essen

Als Vegetarier (und dann auch noch Anti-Alkoholiker) hat man es in Frankreich gar nicht so leicht, auf angenehme und befriedigende Weise satt zu werden 🙄 – nicht, wenn man auch mal was anderes als Crepe essen will. Zumindest in der Normandie und Bretagne.

In der Normandie sind Galette eine typisch einheimische Speise: Eine Art dünner Pfannkuchen aus Buchweizen, die dann in verschiedenen Füllungen angeboten werden: Süß, sauer, herzhaft. Kann man schon machen., wenns die nicht jeden Tag gibt.

Am letzten Abend haben wir in ein winziges Restaurant in Honfleur einen Tisch reserviert, dass Julika auf Trip Advisor gefunden hat. Die Bewertungen sagten, dass es da auch immer ein hervorragendes und frisches vegetarisches Menü gibt.
Wir sind nicht enttäuscht worden! Unsere beiden Essen waren wirklich super und die Atmosphäre war toll. Wir hatten einen sehr schönen Abend …

Tag 2 – Jeanne d’Arc Museum

Am zweiten Tag morgens sind wir dann noch in das Jeanne d’Arc Museum in Rouen gegangen. Wir hatten das Museum am Abend zuvor in der Altstadt ausfindig gemacht. An der Rezeption hat man uns, als wir erwähnten, dass wir dem Museum einen Besuch abstatten wollten, einen Gutschein für eine Freikarte gegeben. Den nimmt man dann natürlich gerne. Letztlich war der Besuch natürlich Pflicht für uns – immerhin hat eine unserer Katzen den Namen der „Jungfrau von Orleans“ wegen Ihres Muts und Entschlossenheit im Angesicht des Feindes (in Gestalt unseres Katers Othello) getragen: Jeanny – Abkürzung für Jeanne d’Arc. Und sie ist an demselben Tag gestorben, an dem auch Johanna von Orleans starb: 30. Mai. Andere, traurige Geschichte 😥. Nicht abschweifen.

Jeanne d’Arc Museum in Rouen

Warum hat Rouen ein Jeanne d’Arc Museum? Relativ simpel – weil Sie von den Engländern, die die Normandie 1431 besetzt hielten, auf dem Marktplatz von Rouen als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Natürlich hatte das gar nichts damit zu tun, dass sie in den Monaten davor der Königstreuen Arme der Franzosen Mut gab und diese als Symbol der Freiheit von Sieg zu Sieg gegen die Besetzer aus England führte. Wie könnte man denn nur darauf kommen  … Sie wurde später rehabilitiert und noch später vom Pabst heilig gesprochen. Für die Franzosen ist sie DIE Nationalheldin. Das muss für den historischen Rahmen hier reichen. Zumal ich mir auch nicht so viel mehr gemerkt habe … 😊

Der Museumsbesuch findet in einer geführten Tour durch verschiedene Räume statt, die in Multimedialer Form das Leben und vor allem den ersten Ketzer-Prozess nachstellt und erzählt.
Da der Gebäudekomplex, in dem das Museum angesiedelt ist, relativ hoch ist, hatte man auch ein paar schöne Aussichten über die Stadt.

Tag 1 – Anreise in die Normandie

Dann versuche ich mal, ein wenig über unseren 2019er Sommerurlaub zu berichten – wenn auch mal wieder im Nachhinein. 🙄

Vorbereitungen

Den Wagen haben wir schon am Vortag soweit gepackt – erwartet haben wir eher so schottisches Wetter, nicht ganz so kalt und rau. Aber letztlich haben wir bis auf die schwere Regenkleidung alles eingepackt. Wanderklamotten und Utensilien und jede Menge Getränke haben wir im Model 3 verteilt. Irgendwie muss man ja die drei Kofferräume voll bekommen: Der vordere, der hintere und der hinten untere Kofferraum 😂 Vorne Wanderschuhe und Stöcke – die können da auch drin bleiben. Hinten unten (oder sagt man da unten hinten – ein echtes Problem 😎) die Getränke. Das wird am Ende der Berichterstattung noch von Bedeutung werden 😊.

Vorderer Kofferraum
Hinterer, unterer Kofferraum

Die Anreise nach Rouen

Wir haben uns für die nördliche Fahrtroute entschieden: Über Köln, an Aachen vorbei und durch Belgien nach Frankreich. Wir hatten für die Strecke nach Rouen zwei Tesla Supercharger Standorte rausgesucht, an denen wir laden wollten. Letztlich haben wir den ersten Stopp in Verviers (Belgien) dann einfach übersprungen, weil wir auch so bis Valenciennes gekommen sind. Also einfach nur ein Fahrerwechsel. Nähe Rouen gibts sowieso auch noch einen Supercharger Standort.

Was uns aufgefallen ist, dass die Standorte nicht wie in Deutschland direkt an Rasthöfen oder Raststätten liegen, sondern meistens muss man abfahren und die Ladestationen befinden sich dann auf dem Gelände von Hotels. 🙄 Da muss man dann oft durch die Schranke – tagsüber sind die offen, aber Nachts muss man dann wohl den Pförtner „nerven“. Ist halt ungewohnt, aber Probleme gab nie. Tesla scheint einen Vertrag mit der Ibis-Kette zu haben. Das haben wir öfters gesehen.

Natürlich darf man die Mautstellen in Frankreich nicht unerwähnt lassen. Da wir beide da bisher nicht wirklich Erfahrungen mit hatten, war das schon eine kleine Herausforderung, bis wir das System soweit verstanden hatten 🙄.

In welcher Reihe darf man sich anstellen, wo kann man mit Bargeld, wo mit Karte zahlen, welche Karten werden akzeptiert … an einigen Stellen zieht man erst eine Karte und bezahlt dann bei abfahren von der Autobahn (oder am Ende des Abschnitts), bei anderen Wegelagerer muss man direkt blechen ohne eine Karte … 😊.
Hätte man bestimmt alles vorher googeln können – haben wir aber keine Zeit für investiert – und ging auch so 😄.

Beim ersten und einzigen Stopp haben wir einen Kaffee in der Hotel-Bar getrunken – gibt schlimmeres 👍.

In Rouen, unserem ersten Stopp, haben wir ein Hotel am Rande der Altstadt gebucht, was schlichte, aber sehr schöne und moderne Zimmer hat – und eine Lademöglichkeit für E-Autos 👍.
Nachdem die Rezeption uns gesagt hat, dass wir lediglich den Stellplatz in der Tiefgarage zahlen müssen (Pro-Tipp: In Frankreich immer private Parkplätze nehmen, wenn irgendwie möglich🙄 – nicht am Straßenrand parken 😬), fürs laden aber keine Extra Gebühren anfallen, haben wir den Wagen auf einen der beiden aussergewöhnlich breiten Stellplätze für E-Autos gestellt. Angeschlossen, alles prima und am nächsten Morgen ist der Wagen wieder voll (sprich die üblichen 90% Akkukapazität um die Batterie zu schonen).

Rouen – schöne Altstadt

Nach einer kurzen Erholungspause sind wir dann losgezogen und haben uns die Altstadt von Rouen angesehen. Rouen ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort – aber dazu im nächsten Post mehr 😉.

Die Stadt ist wirklich einen Besuch wert. Mittelalterliche Fachwerk-Häuser in rauen Mengen – alle sehr liebevoll gepflegt bzw. restauriert. Mehrere sehenswerte Kirchen. Überall verteilt kleine Plätze, an denen die Leute draussen sitzen und Kaffe trinken (Pro-Tipp 2: Kaffee kann der gemeine Franzose überhaupt nicht – unsere Erfahrung 😬) , sich unterhalten – oder natürlich Crepe essen 😉.

Wir sind einfach ein wenig durch die Stadt geschlendert, haben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgeklappert und haben uns treiben lassen. Dabei stößt man auch auf so manches Kleinod – zumindest für Katzenfreunde 😂. Und nur um das klar zu stellen – NEIN, wir haben Nix gekauft 😄:

Auffällig waren die vielen Bettler – nicht aufdringlich, aber schon sehr präsent. Vielleicht liegt das auch nur daran, dass wir das in dieser Art nicht gewohnt sind 🙄.
Abends – in der Dämmerung- haben wir uns dann in ein kleines Café gesetzt – Halt! Falsch natürlich! … VOR das Café gesetzt 😉 , das Flair der lebendigen Stadt auf uns wirken und den ersten Abend gemütlich ausklingen lassen. So geht Urlaub. Kann man machen 😄.