Unser Urlaub liegt schon wieder viele Wochen hinter uns – der Alltag hat uns längst wieder 🙄, auch wenn sich in Corona-Zeiten selbst der „Alltag“ nicht wie immer anfühlt.
Ich schulde Euch -und mir- noch einen Kurzbericht zum zweiten Teil unseres diesjährigen Wanderurlaubs. Nach der Wanderung am Dahner Felsenmeer haben wir uns von unseren Freunden verabschiedet und wir sind einige hundert Kilometer nach Süden in den südlichen Teil des Schwarzwalds gefahren.
Unsere Unterkunft
Auch hier hatten wir eine wirklich tolle Unterkunft: Die Säge. Ein großes Zimmer unter dem Dach mit einem stylischen, runden Bett (was man drehen kann) und einer Badewanne im Zimmer 😎! Das Zimmer hat den Namen:

Aber der Reihe nach – wir hatten überlegt, wann und wo wir an dem Abend Essen gehen sollten. Letztlich haben wir uns entschieden, in der Unterkunft einen Tisch zu reservieren – die „Säge“ verfolgt nämlich einen ganzheitlichen Ansatz: Neben den Zimmern gibt es ein kleines Bistro, ein relativ großes Restaurant und auch einen kleinen „Hofladen“. Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte stehen hier nicht nur als Buzzwords in den Prospekten, sondern sind überall ganz oben auf der Liste der Anforderungen – bei der Ausstattung der Zimmer, bei der Speisen-Auswahl im Restaurant und Bistro und auch bei den Produkten in dem kleinen Laden 👍.
Ins Zimmer konnten wir ohne zeitliche Begrenzung (die Schlüssel befinden sich in einer Reihe von Kuckucksuhren im Außenbereich welche man per PIN-Code öffnen kann 😉). Aber aufgrund der Reservierung konnten wir uns leider nicht soviel Zeit nehmen, wie wir eigentlich vorhatten. Sprich, den größten Teil der Strecke ging’s über die Autobahn. Womit ich dann den Kreis geschlossen habe – von wegen „der Reihe nach“ 😊.
Das Zimmer hatte Julika mal wieder super ausgesucht – kann man machen 😃👍:




Am ersten Abend haben wir in einer ein wenig abgetrennten „Ecke“ des Restaurants gesessen – sehr kuschelig 😊:

Um Euch nicht zu lange auf die Folter zu spannen 😉 – der Name „Die Säge“ leitet sich offensichtlich von der ehemaligen Nutzung als Sägewerk ab. In der Mitte des Gastraums kann man daher auch noch einige der originalen Maschinen bewundern. Da Julikas Eltern früher ein Sägewerk hatten, gab das natürlich nochmal Zusatzpunkte 😃

Wir haben noch einen zweiten Abend dort gegessen – diesmal dann draußen, da wir noch einen Tisch ergattern konnten. Die waren nämlich wirklich sehr gefragt. Was wohl daran liegen dürfte, dass nicht nur das Essen sehr gut ist, sondern auch die Außenanlage toll angelegt ist:
Das Frühstück gabs im Bistro – aufgrund von Covid-19 war alles ein wenig anders organisiert als üblich. Die „Zutaten“ des Frühstücks waren größtenteils in kleinen Portionen „abgepackt“. Aber -wie zu erwarten- nicht in Plastik, sondern sehr liebevoll z.B. in kleinen Gläschen 👍 :

Malerisch – idylisch – pitoresk – ….
Irgendwie solche Attribute werden wohl gerne zur Beschreibung des Ortes Schiltach verwendet 🙄.
Für den ersten Tag war sehr unbeständiges/abwechslungsreiches (je nach Sichtweise – Glas halb voll oder Glas halb leer 😜) Wetter gemeldet. Daher haben wir uns entschlossen, keine Wanderung in der Wildnis (so unsere idealistische Vorstellung) anzugehen, sondern ein kleines Städtchen mit einer sehr schönen, historischen, teilweise mittelalterlichen Stadtkern zu besuchen: Schiltach. In der Mitte zwischen Freiburg, Straßburg und Reutlingen gelegen.
Der Vorteil: Anders als in der Wildnis gibts da so große Dinger, die überall rumstehen, in die man sich bei zu schlechtem Wetter flüchten kann: Genau – Häuser 😎. Und außerdem ist man bei Bedarf ziemlich schnell wieder am Auto 😊.

Wir hatten sogar Glück mit dem Wetter und haben ganz gemütlich die Stadt und die Gässchen erkundet. Natürlich gabs auch eine Tasse Kaffee in einem der vielen Restaurants bzw. Cafes – wir haben uns eines am zentralen Marktplatz ausgesucht.


Wanderung durch die Wutach-Schlucht
Wenn man nach schönen Wanderungen im Schwarzwald sucht, stößt man wohl zwangsläufig sehr schnell auf die Wutach-Schlucht. Egal wie – auf jeden Fall war das von Anfang an eines der Must-Have Highlights von Julika. Zu Recht! Wenn man das Wandern in Schluchten oder Klammen entlang eines Baches mag und halbwegs trittsicher ist, dann kann man das wirklich empfehlen. Für Kinderwägen oder ähnliches ist das allerdings nichts – viele sehr steile und unregelmäßige Abschnitte, immer wieder sehr enge Passagen.

Es gibt eine Reihe von Vorschlägen an Wanderungen rund um die Wutach-Schlucht, natürlich auch als Rundwanderweg.
Wir haben uns aber für eine andere Variante entschieden: Zwischen den Endpunkten des bekanntesten (und daher dann auch des beliebtesten) Streckenabschnitt der Schlucht existiert ein Bus-Pendelverkehr. Im 1/2-Stunden Intervall kann man sich für kleines Geld die dann 12 Kilometer lange Rücktour sparen 😊.

Aufgrund der Ankunftszeit haben wir uns entschlossen, zuerst die Tour anzugehen und dann mit dem Bus zurück zum Ausgangspunkt zu fahren – was auch wirklich super geklappt hat! Wir sind keine 5 Minuten zu früh an der Haltestelle gewesen 🙄.
Anschließend haben wir uns dann noch Kaffee und Kuchen bzw. Kaiserschmarrn in dem Restaurant gegönnt, das am Ausgangspunkt in einer kleinen Schlucht erbaut wurde. Vermutlich war es früher ein landwirtschaftlicher Betrieb – inzwischen dürfen die Wandertouristen für den größten Umsatz sorgen.

Man konnte übrigens nur draußen sitzen und Corona-bedingt war eine mehr oder weniger ausgeklügeltes Einbahnstraßen-System für die beiden großen Terrassen eingerichtet worden.
Die Wanderung selber war sehr abwechslungsreich. Mal direkt am Bach – mal hoch über dem Bachlauf. Teilweise breite Wege, teilweise sehr enge, steile und unwegsame Abschnitte. Wald, Wiesen, Schluchten – alles dabei! Wirklich ein tolles Fleckchen Natur 👍.
Wenn man etwas bemängeln will, dann wohl, dass sehr viel los war. Ist halt nicht in den schottischen Highland 🙄. Fairerweise muss man aber sagen, dass auch dort die Top-Highlights nur selten wirklich einsam sind 😞 ….

Wir hatten im Vorfeld gelesen, dass es sogar Wanderwege im Schwarzwald gibt, auf denen man Corona-bedingt ein Einbahnstraßensystem eingeführt hat. Hätte man hier wohl auch überlegen können.
Auf einem nicht ganz kleinen Teil der Strecke muss man sich richtige „passing places“ suchen, wenn jemand entgegen kam. In den Steilpassagen war es teilweise auch ohne den Versuch Abstandsregeln einzuhalten schwierig, wenn man auf eine größere Gruppe trifft – vor allem wenn diese dann nicht sonderlich „bergfest“ sind 😬.
Unter dem Text wieder eine Reihe weiterer von Eindrücken von der Wanderung.

Letzter Tag – der Feldberg
Was muss man im Schwarzwald bei einem Wanderurlaub noch gesehen haben? Hm – wir sind im höchsten Mittelgebirge Deutschlands 🙄. Nach der Wanderung durch eine tiefe Schlucht und Wälder, sind die Höhen des Schwarzwaldes doch ein geeignetes Kontrastprogramm. Auch hier gibt es unzählige Touren-Vorschläge – sei es auf den Websites der jeweiligen Touristik-Vereine und Gemeinden oder bei kommot. Letztlich haben wir uns dann für – na, was wohl- den Feldberg entschieden 😊. Knapp 1500 Meter ü.N.N. Damit konnten wir dann auch mal einen Blick auf die Ski- bzw. Snowboard-Möglichkeiten werfen 😎.

War im Nachhinein vielleicht – nein, sicherlich- nicht die beste Entscheidung des Urlaubs 😬. Hatte ich erwähnt, dass ich vor allem total auf Wanderungen in der Einöde, weit weg von den Touris (außer Julika selbstverständlich 😜) und der Zivilisation stehe. Ja?! Echt? Wenn Ihrs sagt …. 🙄😊
Schon die Anreise erinnert an die letzten Kilometer der Anreise in ein österreichisches Skigebiet an einem Samstagnachmittag 😬. Grundsätzlich wäre die Straße ja wirklich ganz schön zu fahren – immerhin saßen wir in einem Auto, dass quasi für kurvige Landstraßen gebaut wurde. Ich will wirklich keine platten Vorurteile schüren – aber die Autos mit den gelben Nummernschildern sind wirklich eine Pest 😃. Zumindest wenn sie vor einem fahren. Sprich wir „quälten“ uns in einer mehr oder weniger langen Blechlawine zum Feldberg hoch. Oben stellte sich dann die Frage nach einem Parkplatz. Es gibt ganz oben zwar ein großes Parkhaus, aber nachdem wir in Konstanz schon mal mehrere Etagen rückwärts aus einem Parkhaus rausfahren mussten 😳, weil der Wagen sonst vorne hoffnungslos aufgesetzt hätte, haben wir uns ziemlich schnell entschieden, dass wir mit der Schlange hinter uns lieber nicht vor der Schranke (oder gar dahinter) stehen wollten und nicht weiter kommen …. 😊
Wir haben dann aber auf einem großen Vorplatz eines -naja, sagen wir- Mittelklassehotels geparkt. 7 gut angelegte Euro 😎. Viel Platz, nur 300 oder 400 Meter unterhalb des Parkhaus. Das war wohl mit die beste Entscheidung des Tages 😄.
Der Ausgangspunkt für die Wanderung liegt an der Talstation der Skilifte – inkl. der obligatorischen „Apres-Ski-Hütten“, eines Hotels und ein kleiner Laden. In diesem kleinen „Ort“ ist natürlich alles geteert.

Verwundert mussten wir feststellen, dass aber auch der Weg hoch zum Gipfel des Feldbergs größtenteils breit geteert war 😳. Kinderwagen geeignet. Nicht so das, was wir uns vorgestellt hatten 🙄. Insgesamt wiederholte sich fast das Bild der Anfahrt, nur dass die Blechlawine durch eine Menschenlawine ersetzt wurde.
Oben auf dem Feldberg war es dann natürlich ebenso voll. Die Aussicht ist schon nicht schlecht – wir hatten eine gute Fernsicht. Aber letztlich kein Vergleich zu den Panoramen, die man es in den Alpen an vielen Stellen hat.

Vom Feldberg ging die Route dann weiter. Es wurde ein wenig leerer auf den Wegen – zumindest die „Schläppchen-Touristen“ haben sich auf den geteerten Weg zum „Gipfel“ (was eher ein Plateau ist) beschränkt 😉. Trotzdem ging es gerade auf der ersten Hälfte des Rundwanderweges über breite, gut planierte Schotterwege. Der schönste Abschnitt war ein Stück, welches wir genommen haben, nachdem wir im Trott einen Abzweig verpasst hatten. Zwar steil und schmal, aber ein richtig schön „knorziger“ Pfad durch einen Wald. So hatten wir uns das eigentlich vorgestellt 😊!

Auf der zweiten Hälfte änderte sich das Bild dann immer öfter. Hier gab es viele dieser engen, unregelmäßigen Pfade, die teilweise durchaus nicht ganz ohne waren. Oft im Wald, steile Hänge, entlang und über kleinen Gebirgsbächen und vorbei an einem gar nicht so kleinen See …. Das hat uns etwas versöhnt 😊.


Hier haben wir eine ganze Reihe von kleinen Gruppen überholt, die sich teilweise wirklich die Hänge hoch, oder noch schlimmer, runter gequält haben 🥺. Wir haben an ein oder zwei Stellen sogar unsere Wanderstöcke angeboten, da diese im unwegsamen Gelände bei matschigem Untergrund wirklich hilfreich sind.
Insgesamt hinterlässt der Weg einen mehr als gemischte Eindruck 🙄 – wie sagt man so schön: Weder Fisch, noch Fleisch (falls jemand eine passende vegetarische Redewendung kennt – bitte melden 😉). 2/3 des Weges war eben der breite, „gefühlt planierten“ Weg – einfach langweilig. Das andere Drittel zwar sehr schön, aber überhaupt nicht passend zum Rest.
Bevor wir dann endgültig die Heimreise angetreten haben, haben wir uns noch vor einer der Apres-Ski-Hütten gesetzt und einen Kaffee getrunken und eine Kleinigkeit gegessen 😉.













































































